Ich durfte schon sehr früh mein Talent zum Erzählen entdecken. Mit 19 Jahren erlebte ich einen Erzähler und wusste auf einmal, das mache ich auch! Mit 20 hatte ich meinen ersten öffentlichen Auftritt, doch noch hielten Normen und Werte mich gefangen. Nach meinem Abitur begann ich eine Ausbildung zur Krankenschwester. Wann immer Zeit war, (was selten genug war), erzählte ich meinen Patienten Märchen. Ein halbes Jahr vor meinem Examen, nach vielen schweren Träumen, wurde mir endlich klar: Ich will Märchen erzählen, sonst nichts! Ich machte meinen Traum wahr: Mit 22 Jahren wurde ich hauptberufliche Erzählerin und bin meinem Beruf und meiner Berufung bis heute treu geblieben. Angefangen als Autodidaktin lernte ich vor allem von meinen Zuhörern. Was bannt sie, was begeistert? Was kommt an, wie komme ich an? Was funktioniert, was nicht?

 

Meine größte Herausforderung waren anfangs die Kinder. Sie geben am deutlichsten Rückmeldung, wenn etwas nicht funktioniert. Heute erzähle ich sehr gerne und mit Freude vor Kindern, doch meine große Liebe gilt den Erwachsenen. Sie wieder mit der Welt ihrer eigenen Fantasie vertraut zu machen, sie zu berühren, zu begeistern ist ein großes Geschenk und der „Goldregen“ meiner Kunst.

 

Schon zu Beginn meines Werdegangs wurde ich häufig gefragt, ob ich eine Schauspiel- oder Sprechausbildung habe. Diese Frage war für mich die beste Bestätigung meines Erzählens. (Als ich allerdings einmal gefragt wurde, ob ich Tagesschausprecherin bin wurde mir etwas mulmig zumute.) Meinem Vater bin ich sehr dankbar, dass er Wert darauf legte, dass seine Tochter hochdeutsch spricht. Durch meine Mutter lernte ich das Fränkische lieben und lasse es in zwei schwankhaften Erzählungen meines Repertoires gerne aufleben. Vieles wurde mir in die Wiege gelegt, vieles durfte ich in den vielen Jahren des Erzählens lernen. Meine Erfahrungen zum Erzählen gebe ich sehr gerne in meinen Seminaren und Ausbildungen weiter und erfreue mich daran, wie leicht Erzählen sein kann. Die Grundbegriffe sind wohl jedem deutlich: Stimme, Mimik, Gestik. Diese Grundbegriffe mit Inhalt zu füllen und für meine Schüler erlebbar zu machen ist das Ziel meiner Ausbildung.

Angefangen als Märchenerzählerin entwickelte ich mich im Laufe der Jahre weiter. Ich entdeckte die Literatur der Romantik für mich, aber auch die alten Sagenstoffe erweckten mein Interesse, sowie einige moderne Erzählungen. Als weitere Herausforderung erlebte ich die Notwendigkeit lange Texte zu einem abendfüllenden Programm umzuarbeiten und dennoch dem Original verbunden zu bleiben. Ungefähr hier begann mein persönlicher Weg als Künstlerin. Aus der Märchenerzählerin wurde eine Erzählkünstlerin: es ist einerseits die Kunst der Präsentation, anderseits die Er-Schaffung (Schöpfung) der Worte in Bilder.

 

Mit Gerhard P. Bosche kreierte ich das Erzähltheater. Es ist das Zusammenspiel zweier Erzähler und doch erzählt jeder für sich. Es ist kein Schauspiel mit verteilten Rollen, sondern reines Erzählen und für mich ein erweitertes Medium der Erzählkunst.

 

In Weiter- und Fortbildungen trainiere ich Körpersprache, Ausdrucksweise, Improvisationstalent, Stimme und Atem.

 

Die Bedeutung von Märchen, Mythen und Geschichten in meinem Leben ist ungebrochen. Sie sind meine Wegbegleiter und führen mich immer mehr zum Heilsamen Erzählen. Erzählen ist für mich eine stetige Wandlung: immer neue Eindrücke und meine persönliche Entwicklung fließen in meine Kunst ein und ich bin sicher, dass dieser Prozess im Fluss bleibt und noch ungeahnte Quellen erschließt.

 

 

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